18.11.2015

Mindestens 32 Tote bei Anschlag im Nordosten Nigerias

Bei einem Anschlag im Nordosten Nigerias sind nach Angaben des Roten Kreuzes mindestens 32 Menschen gestorben und mehr als 80 Menschen verletzt worden. In der Stadt Yola sei eine Bombe in einer Menschenmenge hochgegangen, sagte ein Vertreter des Roten Kreuzes. Yola war seit Juni schon dreimal das Ziel von Anschlägen von Boko Haram. Die Islamistengruppe kämpft seit sechs Jahren für einen islamischen Staat im Nordosten Nigerias. Mindestens 14.000 Menschen wurden bisher in dem Konflikt getötet, mehr als 2,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Quelle: http://www.heute.de/

Nigeria

 

Sprache:


Gesprochen werden vor allem Yoruba, Haussa, Igbo, Fulfulde und Kanuri sowie eine dreistellige Zahl anderer Sprachen – insgesamt 514 verschiedene Sprachen und Idiome.

Amtssprache ist jedoch die Sprache der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien, Englisch.


 

Menschenrechte

 

Die Situation der Häftlinge in den Gefängnissen ist nach Angaben von Amnesty International keineswegs zufriedenstellend. Unmenschliche oder erniedrigende Behandlung auf Polizeiwachen und in Gefängnissen gehören demnach zur Tagesordnung. Die Gefängnisse sind nach wie vor überbelegt. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse und der mangelhaften Ernährung erkranken die Insassen in vielen Fällen an Tuberkulose, HIV und anderen schweren Infektionskrankheiten. Daher ist die Sterblichkeitsrate in den Anstalten sehr hoch. Die generelle medizinische Versorgung für die Gefangenen ist schlecht und politischen Gefangenen wird auch bei schweren Erkrankungen die ärztliche Behandlung verweigert. Folter und Misshandlung von politischen Gefangenen, aber auch von Straftatverdächtigen, durch Soldaten oder durch die Polizei sind in Nigeria nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen eher die Regel als die Ausnahme. Die Opfer werden direkt bei der Verhaftung gefoltert oder misshandelt, auch mit dem Ziel, Geständnisse von ihnen zu erpressen.

 

Die Anzahl der Hinrichtungen in Nigeria ist nach wie vor hoch, speziell im Norden des Landes. Seit 1983 wurden über 1.200 Todesurteile vollstreckt. Allein im Jahr 1997 wurden in Nigeria 33 Menschen hingerichtet und 43 zum Tode verurteilt. Etwa 800 zum Tode verurteilte Personen befanden sich 1997 noch in Haft. Im muslimisch geprägten Norden Nigerias kann die Todesstrafe auch bei Minderjährigen angewandt werden, da dort seit der Jahrtausendwende das islamische Recht, die Scharia, gilt. Zu den bereits Hingerichteten zählte auch der 17-jährige Chidiebere Onuoha, der im Juli 1997 vor Tausenden von Schaulustigen öffentlich erschossen wurde. Das UN-Übereinkommen gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe hat Nigeria jedoch unterzeichnet und mittlerweile auch ratifiziert.

 

Das Leben vieler Kinder in Nigeria ist gezeichnet von Armut, Krankheit und Entbehrungen. Viele sind gezwungen zu arbeiten. Etwa 13 % aller Kinder unter 14 Jahren verrichten Arbeit. Darunter werden auch viele von militanten Gruppen und Banden rekrutiert oder sogar in andere Länder verschleppt, um dort als Kindersoldaten in den Krieg zu ziehen.

Ein besonderes Problem stellt auch die Situation der Mädchen dar. Sie werden in den Armeen und Rebellengruppen häufig Opfer sexueller Gewalt. Viele Kinder des Landes sind AIDS-Waisen.

 

Die Lage der Homosexuellen in Nigeria ist besonders schwierig: Das örtliche Scharia-Strafrecht sieht schon jetzt in den zwölf nördlichen Bundesstaaten Nigerias für homosexuelle Menschen die Todesstrafe durch Steinigung vor. In anderen Teilen muss man lebenslang ins Gefängnis.

 

Internationale politische Beobachter befürchten, dass das gegenwärtig im Gesetzgebungsverfahren befindliche schwulenfeindliche Gesetz unter dem Titel The Prohibition of Relationships Between Persons of the Same Sex, Celebration of Marriage by Them, and for Other Matters Connected Therewith, internationale Verpflichtungen und eingegangene Verträge Nigerias gegenüber den Vereinten Nationen, dem Commonwealth und der Afrikanischen Charta der Menschenrechte und der Rechte der Völker verletzt. Betätigungen in nichtstaatlichen oder zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich für schwule Gleichberechtigung einsetzen, sollen automatisch mit fünf Jahren Gefängnis bestraft werden.

 

Peter Tatchell von der LGBT- und Menschenrechtskampagne bezeichnete das geplante Gesetz als das weltweit repressivste Gesetz. Es verschärfe das aus dem 19. Jahrhundert stammende Strafgesetz, Kapitel 42, Paragraph 214, welches in der britischen Kolonialzeit eingeführt wurde. Der Gesetzesentwurf verstoße außerdem gegen die nigerianische Verfassung.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Nigeria#Menschenrechte

 

Auf dieser Seite finden Sie auch weitere, sehr umfangreiche Informationen über Nigeria

 

 

Boko Haram

 

Boko Haram ist eine islamistische terroristische Gruppierung im Norden Nigerias.

Sie setzt sich für die Einführung der Scharia in ganz Nigeria und das Verbot westlicher Bildung ein; auch die Beteiligung an Wahlen lehnt sie ab. Boko Haram ist bekannt für die Ermordung von Christen und Muslimen in Nigeria. Ethnisch gehören die meisten Mitglieder von Boko Haram dem Volk der Kanuri an.

Die Gruppe bringt sich selbst mit den Taliban in Verbindung. Auch die lokale Bevölkerung nennt sie „die Taliban“. Das Hauptquartier der Sekte befand sich bis zum Tod von Sektenchef Ustaz Mohammed Yusuf in Maiduguri. Die Führung der Gruppe hat die Shura übernommen, ein Rat aus 20 Männern, der Kontakte nach Tschad und Kamerun unterhält. Ihr Sprecher war Abubakar Shekau. Der Gruppe werden Verbindungen zu Al-Qaida im islamischen Maghreb, Al-Shabaab in Somalia und zu Terrorcamps in Afghanistan nachgesagt. Außerdem soll Boko Haram sich zusammen mit Al-Qaida an Ansar Dines Besetzung Timbuktus, Gaos und Kidals in Mali beteiligt haben. Boko Haram hat keine Verbindung zur Aufstandsbewegung Movement for the Emancipation of the Niger Delta, die im Nigerdelta seit 2006 gegen die Ölindustrie kämpft.

Berichten aus dem März 2015 zufolge hat sich Boko Haram formell der Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen.

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Boko_Haram